Rheumatologie
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Ergotherapie in der Rheumatologie dient dazu, die motorischen
Fähigkeiten des Betroffenen zu erhalten, verbessern oder zu kompensieren.
Das Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit des/der Rheumatikers/in
in Alltag, Beruf und Freizeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
Dazu werden als Grundvoraussetzung die Grundlagen des Gelenkschutzes
mit dem dazugehörigen achsengerechten Arbeiten etc. in theoretischen
und alltagspraktischen Übungen vermittelt. Was
bedeutet nun Gelenkschutz?
Der rheumaerkrankte Patient lernt in der Therapie z.B. die Achse
im Unterarm - Handgelenk und Fingerbereich kennen und Bewegungen
"achsengerecht" auszuführen. Dies ist unbedingt erforderlich,
um seine Gelenke kraftsparend zu schonen. Das gilt für alle
Alltagsaktivitäten genauso wie in Freizeit und Beruf. Dieses
achsengerechte Arbeiten bezieht sich letztendlich auf den ganzen
Körper - im Liegen, Sitzen und Stehen.
Alle weiteren therapeutischen Maßnahmen wie z.B. Hilfsmittelberatung
und -versorgung, Funktionstraining und Schienenherstellung und -versorgung
werden nach ausführlicher Befunderhebung, die Aufschluß
über das Ausmaß der Erkrankung gibt, festgelegt und durchgeführt.
Die Ergotherapie unterscheidet bei der Schienenherstellung Funktions-
und Lagerschienen. Sie werden vom behandelnden Arzt rezeptiert und
in der Praxis vom Therapeuten hergestellt.
Die Schienen dienen der Vermeidung / Verminderung der Deformitäten
der Gelenke, der Schmerzlinderung, der Entlastung akut entzündlicher
Prozesse, der Funktionsverbesserung u.a.
Die Schienen werden aus thermoplastischem Material hergestellt und
können jederzeit von dem Therapeuten an den jeweiligen Zustand
angepaßt werden.
Die Hilfsmittelberatung findet hingegen oft im häuslichen
Umfeld statt. Sie betrifft meist Wohnraumanpassung im Bad, Küche
oder Schlafbereich.
Kleine Hilfsmittel - z.B. Griffverdickungen der Bestecke - werden
von dem behandelnden Therapeuten direkt adaptiert.
Größere Hilfsmittel müssen vom Arzt nach Angabe
und Begründung seitens des Therapeuten rezeptiert werden.
Das Funktionstraining ist so angelegt, daß bestimmte Übungen
auch als Heimprogramm durchgeführt werden können / sollten.
Zunächst wird der Therapeut einen genauen Hand-Meßbefund
erstellen. Er dient später als Vergleichswert und zur Behandlungskontrolle.
Als Methoden zum Training bieten sich verschiedene handwerkliche
Techniken wie Übungen mit Silikonknete, speziell adaptierte
Spiele und/oder Alltagsaktivitäten unter therapeutischen Gesichtspunkten
an.
Der Sinn des Funktionstrainings ist neben dem Erhalt der Beweglichkeit
und der Funktionstüchtigkeit auch das Einüben schmerzarmer
kompensatorischer Bewegungsabläufe.
(Heike Paetzold, Beate Zeumer)
 |
 |
|